|
|
| |

aus: Trierischer Volksfreund Nr. 253
Locker und so gar nicht statisch
Junge Sänger bringen Bewegung beim bundeswesweiten „Tag der jungen
Stimmen“ in die Chormusik
Ürzig/Pantenburg. (urs) Der bundesweite „Tag der jungen Stimmen“ hat
bereits vor seinem Start bewiesen, dass Singen bewegt. Zumindest in
Ürzig, wo es die Besucher überwiegend zu Fuß hinauf zur „Bühne“ Ürziger
Gewürzgarten gezogen hat.
Wer Chormusik liebt, dem scheint kein Weg zu weit und keine Steigung zu
beschwerlich. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich Besucher eines
Konzertes hoch über der Mosel in Scharen zu Fuß auf den Weg machen. Und
das, obschon zur „Bühne“ Ürziger Gewürzgarten auch ein befahrbarer
Wirtschaftsweg hinauf führt. Doch der herrliche Blick auf den Ort
entschädigt für die Mühsal des Anstiegs.
Sommer-Temperaturen Ende Oktober
Beim bundesweiten „Tag der jungen Stimmen“ konnten sich davon vor allem
die Sänger und Sängerinnen des „Urzecha Chors Ürzig mit Kinder- und
Jugendchor“ überzeugen. Von ihrem exponierten Platz aus kamen sie bei
außergewöhnlich sommerlichen Oktober-Temperaturen während des gesamten
Konzertes in diesen Genuss. Vielleicht gelang es ihnen ja deshalb so
mühelos, ihr Publikum mitzureißen und vom „Weinparadies“ ins gemeinsam
besungene Tal der „Mosella“ zu entführen. Die rund 100 Freunde der
Chormusik bedankten sich bei den Akteuren mit begeistertem Applaus und
lautstarken „Bravo“-Rufen.
Es sei eine gute Idee, Chorgesang einmal auf eine völlig andere Art zu
präsentieren, lobte der Ürziger Josef Loosen. Im Saal wirkten
Chorauftritte immer „so ein bisschen statisch“, während hier im
Gewürzgarten alles so locker sei. Das habe die Leute wohl auch
motiviert, so engagiert mitzusingen. Irmgard Junker aus Altrich betont,
sie habe sich dieses Angebot einfach nicht entgehen lassen können. Auf
das Konzert aufmerksam geworden war sie durch Chorleiterin Ingrid
Wagner. Abgesehen vom Können des Chores habe sie aber auch das Ambiente
des Gewürzgartens beeindruckt, den sie zum ersten Mal besuchte. Auch für
eine Ürzigerin war das Konzert ein Erlebnis. Schade nur, dass sie etwas
weiter unten gestanden habe, von wo aus sie nicht alles habe verstehen
können. Der „schöne Spaziergang“ zum Gewürzgarten ist für sie fast schon
Routine. Die Frauengemeinschaft habe hier auch ernten dürfen. Aus
Kräutern und Gewürzen entstandene Gestecke seien für einen guten Zweck
verkauft worden.
Drei Weinhoheiten unter den Sängern
Sängerkreis-Vorsitzender Heribert Kappes bedankte sich bei der Gemeinde,
die den Auftritt „in diesem wunderschönen Ambiente“ ermöglicht habe.
Besonders erfreut habe ihn, unter den Sängern – mit dabei auch
Urzecha-Vorsitzende Gisela Oster – gleich drei Weinhoheiten zu sehen.
Denn sowohl Ürzigs Weinkönigin Bettina Schmitz wie ihre Prinzessinnen
Eva Berres und Annika Lagodka seien bereits seit zehn Jahren im Chor
aktiv und ebenso in Sachen Chorjugendarbeit. Ortsbürgermeister Arno
Simon nutzte die Gelegenheit, auf die Besonderheiten des Gewürzgartens
mit seinen mehr als 165 verschiedenen Pflanzen und Gewürzen hinzuweisen.
Bisher sei ihm allerdings nicht bewusst gewesen, dass sich von diesem
Fleckchen „solch ein hervorragendes Panorama bietet für den Chorgesang“.
Während die Ürziger ihre Stimmen hoch über der Mosel erklingen ließen,
machten sich Gleichgesinnte in der Verbandsgemeinde Manderscheid
wandernd auf den Weg. Der „Junge Chor Pantenburg“ sang sich von Ort zu
Ort und von Kirche zu Kirche.
|
|
| <zurück |
|